Ein saisonaler Speicher ist in einem solaren Wärmeversorgungssystem nur eine Komponente unter vielen und weist einige Eigenschaften auf, deren Verständnis zur Anlagenplanung und -Betreibung essentiell sind:
- Passivität
Ein Wärmespeicher kann immer nur eine Komponente innerhalb eines Wärmeversorgungssystems sein. Im Gegensatz zu z. B. Kollektorflächen ist ein Speicher, Pufferspeicher sowie Saisonalspeicher, stets eine passive Komponente: Seine Wirkungsweise beruht auf einer Be- und Entladung durch Wärme, die über Leitungsnetze und andere technische Komponenten zu- oder abgeführt wird. Die Funktionalität eines Speichers kann also auch nur abhängig von einer ganz bestimmten Systemkonfiguration und Anlagenregelung bewertet werden.
- Wärmeleistungen
Die systemseitig erforderlichen Wärmeleistungen zur Be- und Entladung der Speicher müssen mit den Randbedingungen der in Frage kommenden Speicherkonzepte in Einklang gebracht werden. Manche Bauarten, wie z.B. der Erdsonden-Wärmespeicher, können große Wärmemengen aufnehmen, jedoch nur vergleichsweise niedrige Wärmeleistungen übertragen. Anstatt die übertragbare Wärmeleistung eines Speicherkonzeptes zu erhöhen, indem z.B. im Falle eines Erdsonden-Wärmespeichers die gesamte Erdwärmesondenlänge vergrößert wird, kann die Integration eines zusätzlichen Pufferspeichers wirtschaftlich vorteilhafter sein.
- Flexibilität vs. Langlebigkeit
Speicherbauten sind groß, unterirdisch und daher schlecht zugänglich für Umbauten. Sie sind also i.d.R. auf lange Laufzeiten ausgelegt (bis zu 40 Jahre), was im Gegensatz zu vielen anderen Komponenten steht: Sollte sich der Wärmeerzeuger, der Wärmebedarf der Verbraucher oder Ähnliches ändern, muss der Betrieb des Sytstems mit demselben Speicher möglich sein. Daher ist eine sorgfältige Planung notwendig, die verschiedene Nutzungsszenarien betrachtet und für diese den Speicher empfiehlt, der über die gesamte Speicherlebensdauer das Optimum darstellt.
dm au